Nach Berlin der Fische wegen
Nach Berlin der Fische wegen
Mittwoch, 23. August 2006
In den vergangenen Jahren zählten hobbyorientierte Ein- oder Zweitagesfahrten zu den Eckpunkten unserer Jahresplanungen. So besuchten wir die Wilhelma in Stuttgart und das Aquarium des Löbbeke-Museums in Düsseldorf mit jeweiliger Führung hinter die Kulissen.
In diesem Jahr entschieden wir uns für eine Zweitagesfahrt nach Berlin.
So fuhren wir am 08. April mit einer Gruppe von 12 Personen per Bahn in die Bundeshauptstadt. Gegen Mittag bezogen wir in einem zentral gelegenen Hotel unsere vorab reservierten Zimmer.
Nachmittags ging es zu einen Stadtbummel: Ku-Damm, Ka-De-We und Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche sind für Berlin-Besucher ein Muss, auch für Aquarianer.
Während des Abendessens wurde ad hoc beschlossen, den Reichstag zu besichtigen, der bis 21:00 h für Besucher geöffnet ist. Aufgrund des starken Besucherandrangs und der sorgfältigen Sicherheitskontrollen betrug die Wartezeit bis zum Einlass eine gute Stunde. Dennoch lohnte es sich, zu warten. Der Wandelgang durch die eigenwillig konstruierte Glaskuppel ermöglichte sowohl den Plenarsaal zu betrachten, als auch einen weiten Rundblick über das nächtlich beleuchtete Berlin zu genießen. Damit ging ein ereignisreicher Tag fast wie im Fluge zu Ende.
Am nächsten Morgen stand zunächst das AquaDom & Sea Live Center auf dem Programm. Zu Beginn der Besichtigung begibt sich der Besucher auf eine spannende „Unterwasserreise“. In mehr als 30 Süß- und Salzwasserbecken werden auf ca. 2.000 m² Unterwasserbiotope dargestellt, die mit mehr als 3.000 Wasserbewohnern besetzt sind. Das Highlight dieser „Reise“ ist ein riesiges Atlantikbecken, durch das ein begehbarer Glastunnel führt.
Dann der Höhepunkt: Man betritt einen gläsernen Aufzug, der den staunenden Besucher auf eine „Tauchtour“ der besonderen Art in das Innere des 20 Meter hohen zylindrischen Aquariums führt. Eine Million Liter Wasser bilden den Lebensraum für mehr als 50 Fischarten. Schwärme silbern schimmernder Makrelen und leuchtend gelber Doktorfische ziehen im Aquarienring ihre Bahnen. Aus nächster Nähe kann man Kaiser- und Schmetterlingsfische beobachten. In den oberen Regionen ziehen Drückerfische ihre Kreise.
Vier Basaltsäulen ragen imposant in die Höhe und überall schimmern Korallen, Anemonen und Schwämme in vielfältigen Farben und Formen, zwischen denen sich u. A. Feenbarsche in leuchtendem und prachtvollem Orange tummeln. Eigentlich müsste man den AquaDom mehrmals „befahren“, um alle Eindrücke aufnehmen zu können. Den nächsten Programmpunkt bildete eine zirka zweistündige Stadtrundfahrt mit dem Bus. Stadtrundfahrten bieten eine Möglichkeit, sich gewissermaßen im Zeitraffer die markantesten Sehenswürdigkeiten anzuschauen, und wenigstens einen kleinen Einblick in die wechselvolle Geschichte der Stadt zu bekommen. Den Nachmittag nutzten wir, das Aquarium am Zoo zu besuchen. Es gilt als eines der attraktivsten Anlagen dieser Art weltweit. In etwa 400 Arten werden ca. 4.500 Tiere präsentiert. Die Süß- und Seewasserbecken sind in zwei Besuchergängen nach dem Vorkommen der Fische aufgeteilt und haben ein Volumen von bis zu 12.000 Litern. Landschafts- und Haibecken ziehen staunende Besucher gleichermaßen an. Mit der Schauanlage und Nachzucht von Quallen hat das Zoo-Aquarium Berlin Weltruf erlangt und Pionierarbeit geleistet.
Da unser Augenmerk hauptsächlich den Fischen galt, außerdem unsere Zeit knapp bemessen war, konnten wir den Abteilungen Reptilien, Krokodile, Spinnen oder Insekten in den oberen Etagen nur wenig Aufmerksamkeit widmen.
Gegen 17:00 Uhr traten wir die Rückfahrt an. Die (leider nur) zwei Tage in Berlin waren allzu schnell vorüber. Sie werden uns noch lange im Gedächtnis bleiben.
Abschließend sei es dem Berichterstatter erlaubt, dem Ersten Vorsitzenden im Namen aller Teilnehmer für Vorbereitung, Planung und Buchung der Reise zu danken.
Jörg Visser